Neues Forschungskolleg „Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes“ eingerichtet

Forschungsbibliothek Gotha/ Dezember 17, 2020

Der Forschungscampus Gotha der Universität Erfurt ist ab dem 1. Januar 2021 um eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung reicher: Im neuen Jahr nimmt dort das „Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes“ seine Arbeit auf.

Das neue Forschungskolleg soll als zentrale wissenschaftliche Einrichtung die von der Forschungsbibliothek Gotha kuratorisch betreute Sammlung Perthes stärker mit den wissenschaftlichen Aktivitäten am Campus Erfurt verbinden und sie als eine universitäre Sammlung für die nationale wie internationale Scientific Community weiter profilieren. Ziel ist es, die Forschungen zur Sammlung Perthes zu intensivieren und ihre Sichtbarkeit als ein nationales Kulturgut, das große Aufmerksamkeit verdient, zu erhöhen. Von der Sammlung Perthes ausgehend wollen die Wissenschaftler*innen zugleich andere (Gothaer) Sammlungsbestände vom ausgehenden 18. bis zum 20. Jahrhundert in ihre Arbeit einbeziehen. Prof. Dr. Iris Schröder, Inhaberin der Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts an der Universität Erfurt, wird das Forschungskolleg als Direktorin in den kommenden fünf Jahren leiten. Als Stellvertreter fungiert Prof. Dr. Wolfgang Struck, Inhaber der Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Seminar für Literaturwissenschaft) an der Universität Erfurt und Sprecher der Forschungsgruppe „Verräumlichung und Kulturtechniken“.

Ein Schwerpunkt soll dabei die Forschung zur Kartografie der Meere sein, die bereits in einem vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Verbundprojekt begonnen hat. Ein zweiter wichtiger Bereich wird in der historischen Forschung zu Afrika liegen. „Hier haben wir in der Vergangenheit mit unseren äthiopischen Partnern bei der gemeinsamen Lektüre der Karten, die gerade im Falle Äthiopiens in Gotha in einer besonderen Dichte vorliegen, sehr viel Neues gelernt“, erklärt Prof. Dr. Iris Schröder. Ziel sei es, diese Kooperation weiterzuführen, auszuweiten und Kolleg*innen aus Tansania oder Kamerun für die gemeinsame Arbeit zu gewinnen. Auch Westafrika und Südostafrika stehen auf dem Programm. Die gesamte Arbeit soll auch als ein Beitrag zur Geschichte des ‚Kolonialismus in Thüringen‘ verstanden werden, in den der Verlag Justus Perthes Gotha eng verstrickt war. Schließlich soll im Frühjahr 2021 mit der Digitalisierung des gesamten Kartenbestands zu Afrika und Asien, insgesamt gut 35 000 Karten, ein weiteres großes Vorhaben gestartet werden.

Lesen Sie dazu auch das Interview im Forschungsblog „WortMelder“.

Quelle: https://www.uni-erfurt.de/universitaet/aktuelles/news/news-detail/forschungskolleg-transkulturelle-studien-sammlung-perthes-nimmt-auf-dem-forschungscampus-gotha-seine-arbeit-auf

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