Aufwendige Sicherungskonstruktion im Ostturm von Schloss Friedenstein

Forschungsbibliothek Gotha/ Oktober 13, 2020

Auf Schloss Friedenstein in Gotha kommt die statische Sicherung des Ostturms gut voran. Mithilfe aufwendiger Stahlkonstruktionen werden desolate Stützpfeiler wieder tragfähig gemacht. Sie schultern die komplizierte Baukonstruktion des barocken Turms – und umfangreiche Bücherbestände der Forschungsbibliothek Gotha.

Abb.: Gotha, Schloss Friedenstein, Stahlkonstruktion zur Sicherung desolater Stützpfeiler im Kellergeschoss, Lutz Ebhardt

Ort des Geschehens sind das Keller- und das Erdgeschoss. Dort hatten statische Untersuchungen im Mai 2020 gravierende Mängel ergeben. Die Pfeiler des Kellergewölbes drohten aufgrund von Überlastung und Altersschwäche ihren Dienst zu versagen. Die kurzfristige Sperrung und die nun laufende Notsicherung waren unumgänglich.

Grundlegend behoben werden können die statischen Schwächen erst durch eine umfassende konstruktive Sanierung des Turms im Rahmen des derzeit laufenden 60-Millionen-Euro-Projekts für Schloss Friedenstein. Damit die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt schnellstmöglich wieder Zugang zu ihren im Ostturm lagernden Beständen hat, war jedoch eine zügig umsetzbare Übergangslösung gefragt. Dafür werden nun Gewölbebögen abgestützt und Pfeiler mehrfach umgurtet. Viele maßgefertigte Stahlträger kommen dabei zum Einsatz und sorgen bis zur Sanierung zuverlässig für Sicherheit. Dann können schwer lastende Bücherbestände beräumt und die Bauuntersuchungen fortgesetzt werden.

Auch die derzeitigen Stahlarbeiten selbst müssen natürlich unter sicheren Bedingungen stattfinden. Deshalb wurde in den vergangenen Wochen eine Art Tunnel eingebaut, der aus der Bergwerkstechnik entlehnt ist.

Die Schäden an der Konstruktion haben mehrere Ursachen. Mit dem dreigeschossigen Turm und der großen Turmhaube ruht ohnehin eine große Last auf den Pfeilern. Zudem haben bereits wenige Jahrzehnte nach der Errichtung des Schlosses einsetzende Umbauten die Lasten erhöht. Alterungsschäden und Folgen eindringender Nässe taten ihr Übriges. Im 20. Jahrhundert kamen noch Einbauten für die Bibliotheksnutzung hinzu.

Quelle: Medieninformation Thüringer Schlösser und Gärten, 14. Oktober 2020

 

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