DFG fördert Erschließungsprojekt zu Seckendorff an der Forschungsbibliothek Gotha

Forschungsbibliothek Gotha/ Juni 18, 2019

Mit Fördermitteln in Höhe von knapp 300.000 Euro unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Erschließung der Korrespondenz und Lebenszeugnisse Veit Ludwig von Seckendorffs (1626–1692) an der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt. Das von Dr. Kathrin Paasch, Direktorin der Forschungsbibliothek Gotha, entwickelte Projekt erschließt die mehr als 7.700 Dokumente aus 26 Archiven und Bibliotheken im nationalen Verbundkatalog Kalliope. Die Erschließungsergebnisse stehen dort frei und dauerhaft im Open Access zur Verfügung.

Abbildung: Porträt von Veit Ludwig von Seckendorff. Signatur: FB Gotha, Theol 4° 339/1.
Abbildung: Porträt von Veit Ludwig von Seckendorff. FB Gotha, Theol 4° 339/1.

Der Gelehrte und Staatsmann Veit Ludwig von Seckendorff gilt als einer der wichtigsten Exponenten der europäischen Gelehrtenrepublik zwischen Dreißigjährigem Krieg, Pietismus und beginnender Aufklärung. Er wird als Begründer der modernen, wissenschaftlich fundierten Verwaltungslehre angesehen und zählt zu den bedeutendsten Vertretern der christlichen Staatstheorie sowie der protestantischen Kirchengeschichte. Nach einer steilen Karriere in den Diensten des Herzoghauses Sachsen-Gotha-Altenburg wechselte er an die Verwaltungsspitze des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Kurz vor seinem Tod wurde er zum Gründungskanzler der Universität Halle ernannt. In seinem wissenschaftlichen Werk suchte Seckendorff die Verbindung zwischen Geschichte, Philosophie und Politik zum Natur- und Völkerrecht. Unter der Vielzahl seiner Schriften ragt der publizistisch äußerst erfolgreiche „Teutsche Fürstenstaat“ von 1656 heraus.

Die Bereitstellung seiner weitgehend unerschlossenen und breitgestreuten Quellen ist ein großes Desiderat in der Erforschung der Frühen Neuzeit. Das Projekt möchte neue Impulse für die quellengestützte interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Seckendorff geben.

Die im Projekt zu erschließenden Materialien werden vor allem in den zum Landesarchiv Thüringen gehörenden Staatsarchiven Altenburg, Gotha und Meiningen sowie im Hauptstaatsarchiv Dresden und im Landesarchiv Sachsen-Anhalt/Wernigerode aufbewahrt, mit denen die Forschungsbibliothek Gotha eng zusammenarbeitet.



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