Perthes im Gespräch: Studien zu Herman Fürst von Pückler-Muskau

Forschungsbibliothek Gotha/ März 10, 2020

+++ Achtung, die Veranstaltung wurde abgesagt und wird nachgeholt! +++

Auch 2020 lädt die Forschungsbibliothek Gotha wieder zu ihrer Reihe „Perthes im Gespräch“ ein, in der sie einmal im Quartal über neueste Ergebnisse bei der Erschließung, Erhaltung und Erforschung der Sammlung Perthes Gotha berichtet. Die nächste Veranstaltung findet am Mittwoch, 18. März, statt. Beginn ist um 18.15 Uhr, im Ahnensaal des Perthes-Forums.

Die Ethnologin Dr. Kerstin Volker-Saad aus Berlin, die in den vergangenen Jahren mit Studien zu Hermann Fürst von Pückler-Muskau hervorgetreten ist, wird an diesem Abend über „Hermann Fürst von Pückler-Muskaus Reise in den Sudan 1837“ sprechen und dabei auch auf ihre Funde in der Sammlung Perthes Gotha eingehen. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Für die kartografische Erschließung der unter ägyptischer Herrschaft stehenden Provinzen in Nubien und dem Sudan galten Mitte des 19. Jahrhunderts Forschungsreisende wie Burckhardt, Cailliaud, Rüppel, Linant de Bellefonds, Russegger und Kotchy als die Faktenlieferanten für eine präzise Kartenherstellung. In der Zeitschrift „Petermann’s Geographische Mitteilungen im Jahre 1860/61“ – 17 Jahre nach Veröffentlichung von Pücklers Reiseroman „Aus Mehemed Ali’s Reich“ – werden dessen korrekte geografische Beschreibung einiger Orte in der Butana-Wüste im östlichen Ägyptischen Sudan von Petermann und Hassenstein als herausragende Leistung gewürdigt. Es befinden sich Autografen in Pücklers Nachlass in der Jagiellonen Bibliothek in Krakau, die einen Austausch der beiden Forscher bis 1870 belegen, Nachweise über deren Austausch waren in Gotha bisher nicht bekannt. Wie die zwei unterschiedlichen Sphären – die wissenschaftliche Arbeitswelt des Verlegers und die des adeligen Lausitzer Fürsten und Schriftstellers – sich bei der historiografisch-geografischen Darstellung Nubiens und des Sudans ineinander verzahnen, zeigt die Kerstin Volker-Saad anhand bisher weitgehend unerforschter kartografischer Zeugnisse in den Sammlungen der Forschungsbibliothek und anhand von Belegen für Pücklers späteres mäzenatisches Wirken, die zu einem facettenreicheren Bild Pücklers beitragen, aber auch für seine Verbindungen zu Gotha von Interesse sind.

Kerstin Volker-Saad arbeitet seit 2004 als freiberufliche Wissenschaftlerin. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Ausstellungen, Museumsberatung, Wissenschaftsmoderation und Provenienzforschung. Außerdem erstellt sie Kunstgutachten im Bereich Afrikanische Kunst. Derzeit leitet und kuratiert sie ein Ausstellungsprojekt der Stiftung Fürst Pückler-Park Bad Muskau zu Machbuba und der Orientreise des Fürsten Pückler-Muskau von 1834 bis 1840. Im Jahr 2019 war sie Herzog-Ernst-Fritz-Thyssen-Stipendiatin am Forschungszentrum in Gotha.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Petra Weigel
petra.weigel@uni-erfurt.de

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