Aus कानपुर nach Gotha und ins WWW – Ein »Speicher der Wissenschaften« und seine Erschließung

Forschungsbibliothek Gotha/ Januar 3, 2022

Notizen aus dem Gothaer Bibliotheksturm, Folge 36

Im Frühjahr 2021 gelangte ein 1873 im nordindischen Kanpur verlegtes Kompendium nach Gotha und in den Besitz der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein. Es handelt sich um den Maḫzan al-ʿulūm (مخزن العلوم) oder Speicher der Wissenschaften des Autors Braj Mohan. Im Folgenden wird berichtet, wie der Verfasser des Blogbeitrags dieses Buch zwischen Geschichts- und Bibliothekswissenschaft, Persisch und Südasien mäandernd für die formale und inhaltliche Erschließung, Digitalisierung und virtuelle Sichtbarmachung verwendet und seinen Kontext untersucht hat. Das Werk steht in der Digitalen Historischen Bibliothek Erfurt/Gotha als vollständiges Digitalisat zur Einsicht bereit. Kurios: Das „Magazin“, also der über das Mittelmeer nach Europa gekommene „maḫzan“, ist aus dem heutigen bibliothekarischen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken.

Das Gothaer Exemplar des Speichers

Abb. 1: Titelblatt des Maḫzan al-ʿulūm (1873) mit Vermerk eines Vorbesitzers. FB Gotha, Y 4° 11.

„This Book be longs to Lall Sumen [i.e. Lal Suman; d.Vf.]“: Einst dürfte das uns in Gotha vorliegende Exemplar einer Person namens Lal Suman gehört haben, von der wir bis auf das frühere, handschriftlich festgehaltene Besitzverhältnis nichts wissen. Der Name legt nahe, dass sein Träger Hindu gewesen ist. Mehrere, ursprünglich unbeschriebene Seiten, die beiden Buchspiegel sowie der Vor- und Nachsatz des Exemplars dienten dem Vorbesitzer oder den Vorbesitzern mutmaßlich für Schreibübungen, zum Ausprobieren von Schreibgeräten und für Notizen auf Persisch und Hindustanisch. So ist auf der dem Schluss folgenden Seite u.a. von der rituellen Verdünnung und Verwertung von Schlangenhaut zu lesen. Außerdem wird ein hier nicht näher zu identifizierendes Ereignis auf den „12. oder 17. Oktober des Jahres 91“ terminiert – vermutlich ist das Jahr 1891 gemeint, vielleicht geht es um einen kleineren Machtwechsel in einem Fürstenstaat oder einer religiösen Gemeinschaft.

Abb. 2: Handschriftlich ergänzte Notizen im Exemplar Maḫzan al-ʿulūm (1873). FB Gotha, Y 4° 11, S. 215 (Ausschnitt).

Bibliothekarische Erschließung

Das Erwerbungsprofil der Forschungsbibliothek ist so facettenreich wie ihre umfangreichen historischen Bestände.1Zur Geschichte der Bibliothek und ihrer Bestände vgl. Paasch 2017. Vgl. auch die Übersicht in der Homepage der Forschungsbibliothek: https://www.uni-erfurt.de/forschungsbibliothek-gotha/bibliothek/ueber-uns/geschichte-der-bibliothek (Aufruf: 15.12.21) sowie Westphal/Klinger 2012, 647–650 mit kurzer Einführung zum kulturellen und Bildungszentrum Gotha. Neben der Gothana und der Literatur zur Landesgeschichte Thüringens gehören besonders Alte Drucke, Handschriften und Neuerscheinungen zur europäischen und außereuropäischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit sowie des Protestantismus des 19. Jahrhunderts dazu. Hinzu kommt aber auch das weitläufige Feld der Orientalistik. Letzteres ist, wie es auf Bibliotheksdeutsch so schön heißt, historisch gewachsen. Und der Bestand wächst weiter. Das Fundament der morgenländischen Handschriften bildet die Gothaer Orientsammlung, die der Privatgelehrte Ulrich Jasper Seetzen (1767–1811) im Auftrag des aufgeklärt regierenden Herzogs Ernst II. von Gotha und Altenburg (reg. 1772–1804) auf seinen Orientreisen zusammengetragen hatte.2Dazu Krimsti 2021, https://od-portal.hypotheses.org/253.

Das Gothaer Exemplar gehört zu einer vermutlich bis dato unbekannten ersten Auflage des Werkes aus der Außenstelle Kanpur des in Lucknow angesiedelten Naval Kishore Press (NKP). Eine andere Auflage des Speichers erschien 1878 ebendort. Erstmals war das Werk wohl 1851 im Maṣdar-un-nawādir-Verlag in Agra verlegt worden.3Vgl. Speziale 2018, 160. Weitere Auflagen sind für 1863 in Bombay und 1867 in Delhi nachgewiesen, was für das anhaltend starke Interesse an dem Werk spricht. Die genaue Auflagenstärke ist allerdings unbekannt.4Vgl. Arberry 1937, 288 und Edwards 1922, Sp. 724. Auffällig sind die Kolophon-Angaben zum Erscheinungsjahr:

Abb. 3: Kolophon des Maḫzan al-ʿulūm (1873). FB Gotha, Y 4° 11, S. 214 (Ausschnitt).

Denn während die Bombayer, die Delhiter und wahrscheinlich die Agraer Ausgabe nach dem Solarkalender, den der Gurkani-Badshah (Mogul-Kaiser) Akbar 1584 an seinem Hof eingeführt hat, datiert sind, verwenden die NKP-Ausgaben die gregorianischen Jahreszahlen der Briten, wobei dann die Transliteration ins Persische erfolgt – oder genauer ins hindustanische Nastaliq (erkennbar an der um ca. 90° im Uhrzeigersinn gedrehten Zahl „٧“ [7]):

1. Erste Auflage Agra: 1268 [=1851] [\ آگرہ ۱۲۶۸ / اکبرآباد] (355 Seiten)
2. Erste Auflage Bombay: 1280 [=1863] \ ١٢٨٠ بمبئى (192 Seiten)
3. Erste Auflage Delhi: 1284 [=1867] \ ١٢٨٤ دهلى (220 Seiten)
4. Erste Auflage Kanpur: 1873 \ ١٨٧٣ کانپور (214 Seiten) -> Unikum und bisher unbekannt
5. Zweite Auflage Kanpur: 1878 \ ۱۸۷۸ کانپور (163 Seiten)

Das auf Persisch verfasste Werk Maḫzan al-ʿulūm ist allenthalben mit einschlägigen arabischen Lehnwörtern sowie südasiatischen Ideen und Termini ausgestaltet. Der Wissensstand über den Autor und Pandit Braj Mohan bzw. Vraja-Mohana ist niedrig.5Arberry 1937, 78, 551. Der Pariser Südasien-Spezialist Fabrizio Speziale vermutet, dass er identisch ist mit einem gewissen Vraja Mohana Maḥsūrī, dem Autor des Werkes Mir’āt al-qīyāfa (مرآت القیافه) über das vedische Handlesen (sāmudrika/सामुद्रिक).6Speziale 2010, 426; Speziale 2018, 160f. Ein Kapitel dazu, also über die Physiognomik, ist auch im Speicher zu finden (Kap. 18).

Abb. 4: Aus Kapitel 18 (Physiognomik) des Maḫzan al-ʿulūm (1873), FB Gotha, Y 4° 11, S. 138.

Da nun aber mit den aktuellen Ergänzungen dieses Unikates zu den anderen Auflagen ausreichend Anhaltspunkte für Braj Mohan gesammelt worden sind, war es folgerichtig, für den Autor des Maḫzan al-ʿulūm, „Mūḥan, Braǧ“, einen Eintrag in der Gemeinsamen Normdatei (1241708614) mit einer konkreten Berufsbezeichnung „Gelehrter“ (Pandit, 550er-Kategorie), der wichtigsten Quelle (670er-Kategorie) und einer gesicherten Wirkungszeit (548er-Kategorie) anzulegen, auf den zukünftig alle katalogisierten Exemplare referenzieren können.7Ob ein Identitätsbezug zu Vrajmohana Deva bzw. Braja Mohan Deb (GND 1052513107, vgl. Blumhardt 1886, 66) oder Braja Mohan Dev (vgl. GHOSHA 1881, 124f.) besteht, kann hier nicht geklärt werden. Zusätzlich wurde darauf geachtet, sämtliche Schreibweisen sowie alle bekannten und wichtigen rekonstruierbaren Sprachformen des Namens in die GND aufzunehmen (400er-Kategorie).

Abb. 5: K10plus-CBS-GND-Eintrag (WinIBW 3.7) für „Mūḥan, Braǧ“, Ausschnitt eines Screenshots vom 22.12.2021.

Im Zuge der Formalerschließung wurde zudem ein Werkdatensatz mit eigener Pica-Produktions-Nummer (177173647X) angelegt. Erwähnenswert ist hier, dass das Publikationsjahr in der 1100er-Kategorie einen Zusatz in eckigen Klammern erhielt, da dieses aus dem Kolophon erschlossen werden musste, was auch in der Kategorie 4217 notiert wird. Mit der 4256er-Kategorie wurde das Werk mit der zuvor angelegten Autoren-GND verknüpft. Schließlich erfolgte auch eine Meldung der Auflage an die „Naval Kishore Press Bibliographie“ in Heidelberg, die zur „xasia Bibliography“ des Fachinformationsdienstes Asien gehört.8https://crossasia-bibliographies.ub.uni-heidelberg.de/navalkishore (Aufruf 22.12..2021).

Abb. 6: K10plus-CBS-Eintrag (WinIBW 3.7) für „Maḫzan al-ʿulūm“ mit der PPN 177173647X, Ausschnitt eines Screenshots vom 22.12.2021

Zur besseren Einordnung des Werkes, aber v.a. für die Sacherschließung war die Transliteration und Übersetzung des komplexen und in seiner Aussagekraft zugleich vagen Inhaltsverzeichnisses erforderlich. Eine Übersetzung der 20 Hauptkapitel kann wie folgt lauten:

Abb. 7: Inhaltsverzeichnis des Maḫzan al-ʿulūm (1873). FB Gotha, Y 4° 11.

Durch die Übersetzung der Hauptkapitel, die der Strukturierung des Digitalisats dienen werden, ist zusammen mit Fabrizio Speziales Forschungsliteratur ein Ausgangspunkt für zukünftige Forschung gegeben. Die Übersetzung der Unterkapitel stellte sich aus obgenannten Gründen als anspruchsvoll und erkenntnisreich dar. Sie war im Erschließungsprozess zum besseren Verständnis des Werkes und seines Kontextes wichtig, ihre Einarbeitung in das Digitalisat wäre aus bibliothekarischer Sicht jedoch nicht zielführend.

Exkurs und geschichtlicher Kontext

Es sei an dieser Stelle aber erlaubt, auf einige Entdeckungen hinzuweisen, die man bei einer Erschließung machen kann: Im 19. Kapitel über die „Geographie“ sind u.a. folgende Unterkapitel angeführt: „Herrschaften von Asien“ (شهرهای ایشیا), „zudem Europa“ (ايضاً یورپ), „zudem Afrika“ (ايضاً افریقه), „zudem Amerika“ (ايضاً امریکه), die „Weltkarte“ (نقشیه زمین) und die „Karte von Hindustan“ (نقشیه هندوستان).

„Afrika“ und „Amerika“ werden in Hindustanisch geschrieben und nach ‚alter‘ Lesart ausgesprochen, „zamīn“ ist die Erde und „Hindūstān“ ist im Jahr 1873 wahlweise der Subkontinent oder der British Raj.9In dem 1873er-Exemplar ist die Indien-Karte nicht vorhanden, in der 1878er-Ausgabe, S. [160], aber als Faltkarte. Hingegen orientieren sich „Asien“ und „Europa“ an einer englisch-indischen statt an der persischen Aussprache: sprich IPA:ˈeɪ.ʃja (एशिया/ایشیا) statt IPA:ɒːsɪˈjɒ (آسیا) und IPA:ˈjʊə.ɹəp (यूरोप/یورپ) statt IPA:oɾuːˈpɒː (اروپا).

1857, im Ersten Unabhängigkeitskrieg, hatte Kanpur noch als Stützpunkt des brahmanisch-marathischen Freiheitskämpfers und/oder Aufständischen Nana Sahib Peshwa II. (1824–ca.1859) gedient und wurde Schauplatz der Belagerung und des Massacre of Cawnpore.10Bayly 1996, 324f. Spätestens 16 Jahre später, also 1873, waren in der Verlags- und Garnisonsstadt Kanpur aber die englischen Ausspracheexonyme und somit die Sprachvorstellung der britischen Fremdherrschaft für die verbundenen Kontinente Asien und Europa manifest integriert und etabliert.11Für Kanpur als prosperierende Verlagsstadt vor und nach 1857/8 s. auch Bayly 1996, 40, 240. Beide englisch-indischen Termini tauchen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer häufiger auf, in der ersten Hälfte aber seltener. Sie sind auch heute noch in Südasien zu finden. Die Übernahme der Exonyme korrespondiert mit der oben besprochenen Übernahme der englischen Jahreszählung durch den NKP. Wie, ab wann, in welchen südasiatischen Sprachen und Schriften sowie mit welchen Implikationen sich das ‚Britische‘ durchgesetzt hat, ist eine lohnende Forschungsfrage.

Weitere Auffälligkeiten sind das je nach Auflage stark variierende Werkvolumen von 355 bis 163 Seiten sowie das Verständnis von Inhaltsverzeichnissen und ihres Gebrauchs. So werden im Gothaer Exemplar für das „Miszellen“-Kapitel ab Seite 155 keine weiteren Unterkapitel mehr gesondert aufgeführt. Deswegen fehlen z.B. die nicht gerade belanglosen Unterkapitel „Zusammenfassung in indischer [i.e. hendī] Übersetzung“, „Wissenschaft der Magie“ und auch „Wissenschaft der Poesie“, „Tod“, „Physik“ und „Theologie“.12N.b. „Magie“ als Übersetzung für اندرجال/इन्द्रजाल/Indrajala. Nach welchen Kriterien Braj Mohans Werk von den Verlegern gekürzt und ediert worden ist, bleibt vorerst ungeklärt. Sollten aber einst alle vorhandenen Auflagen digitalisiert nebeneinander und der Forschung als Volltexte zur Verfügung stehen, so wäre der Abgleich angemerkter Besonderheiten und Abweichungen für die Geschichte und den Kontext dieses Werkes überaus aufschlussreich.

Aufschlussreich und mindestens so interessant wie die Fragen nach Autor, Inhaltsverzeichnis oder dem Vorbesitzer ist auch die Biographie des NKP-Gründers Munšī Nawal Kešūre bzw. Nawal Kishore (1836–1895).13Zur Geschichte des NKP s. Stark 2007. Zum Ursprung persischsprachiger Drucke in Indien s. Storey 1933.

Abb. 8: Gedenkmarke der Indischen Post für Naval Kishore, 19.02.1970.

Naval Kishore entstammte einer hinduistischen Familie, die zusätzlich zu ihrem traditionell hohen Stand zu zamīndārs, also in den faktisch erblichen Landadel des Gurkani-Reiches aufgestiegen war.14Bayly 1998, 91; vgl. Ali 2006, passim. Der bereits von seinem Vater geführte (Ehren-)Titel munšī wies Naval Kishore als Gelehrten bzw. angesehenen Sekretär aus. Im Alter von 22 Jahren gründete er in Lucknow sein Verlagshaus, ein Jahr später gab er die urdusprachige Wochen- und spätere Tageszeitung Avadh Akhbar (اوده اخبار) heraus.15Dazu Stark 2007, Kapitel 6, 351–384: Avadh Akhbar: Politics, Public Opinion, And the Promotion of Urdu Literature. Schon zu seinen Lebzeiten wurde er in Indien über kommunalistische Grenzen hinweg verehrt.16Tavakoli-Targhi 1993, 19f.

Von der ‚westlichen‘ Forschung in seiner Bedeutung für die vielfältigen Disziplinen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Asien und Südasien lange und bis auf wenige Ausnahmen vernachlässigt bis unterschätzt, hat er durch seine Publikation von ca. 5000 Werken in Sanskrit, Hindi und Urdu, Persisch, Arabisch und Englisch binnenasiatisch viel Aufmerksamkeit erregt.171851 druckten sämtliche Verlage in Kanpur 15–18,000 Exemplare persischsprachiger Bücher (Shah 2017, 143). So kam Mohammad Reza Schah Pahlavi Ende Februar 1956 während seines Staatsbesuches in der Republik Indien nach Lucknow und betrat das im Viertel Hazrat Ganj gelegene Ram Kumar Book Depot von Ranjit Bhargava, eines Enkels und Nachfolgers Naval Kishores. Dort trug sich der Kaiser in Bhargavas Poesiealbum ein.18Tavakoli-Targhi 1993, 15f. Die Iraner waren sehr gut unterrichtet über die zahlreichen indischen Verlage und über deren herausragenden Beitrag zum persischsprachigen Buchdruck im 19. und 20. Jahrhundert vor allem in Kanpur.19Vgl. auch Marashi 2015, 99 und Shcheglova 2012, http://www.iranicaonline.org/articles/lithography-ii-in-india. Und man verdankte besonders Naval Kishore nicht nur die vielen Lithographien und eine große Sammlung persischsprachiger Bücher im Verlagsmagazin, sondern auch die Veröffentlichung indischer Klassiker wie des Mahabharata in persischer Übersetzung.20Tavakoli-Targhi 1993, 18.

Digitalisierung

Zu Beginn der Digitalisierung stellte der Restaurator der Forschungsbibliothek fest, dass der Band durch seinen brüchigen und schadhaften Gesamtzustand nur mit einem maximalen Öffnungswinkel von 90 Grad hätte fotografiert werden können. Durch Überklebungen im Falzbereich hätte man zudem bei ca. 10% der Buchseiten mit Textverlusten rechnen müssen. Um eine möglichst vollständige Digitalisierung sicherzustellen, wurde die Öffnung der Bindung und der Überklebung mit anschließender Restauration beschlossen, so dass der physische Band vorerst für die Benutzung gesperrt wurde.

Strukturdatenanreicherung des Digitalisats

Nach abgeschlossener Digitalisierung wurde das Digitalisat unter Aufsicht der Referentin für Druckschriften per Metadateneditor und anhand der oben tabellarisch abgebildeten Übersetzung strukturiert. Daran anknüpfend wurden die angelegten Strukturdaten ein zweites Mal überprüft und korrigiert, so dass das Digitalisat schließlich mit einem URN in die Digitale Historische Bibliothek eingespielt werden konnte. Außerdem erhielt die neue elektronische Ausgabe als eigenes Exemplar auch eine eigene PPN (1777625114).

Abschließend ist zu hoffen, dass die in Gotha an der Forschungsbibliothek erfolgte virtuelle Sichtbarmachung dieses Unikats aus Kanpur Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenbringen und sie in ihren Studien voranbringen wird. Das hatte Naval Kishore von Anfang an im Sinn.

Verfasser: Keyvan Djahangiri

Über den Verfasser
Keyvan Djahangiri ist Bibliotheksreferendar an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen. Er hat Geschichte, Iranistik und Südasien-Studien in Berlin und Neu-Delhi studiert. Dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums, das er im September 2021 an der Forschungsbibliothek Gotha absolvierte und in dem er u.a. mit der Erschließung, Digitalisierung und virtuellen Sichtbarmachung des besprochenen Werks beschäftigt war. Er dankt ausdrücklich allen Mitarbeitern der Forschungsbibliothek für die Bereitschaft, das Praktikum zu ermöglichen sowie für den erkenntnisreichen, fachlichen Austausch.

Quellen- und Literaturverzeichnis
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