Forschungsbibliothek Gotha erhält Leihgaben aus Amerika zurück

Forschungsbibliothek Gotha/ Januar 31, 2017

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt erhält in dieser Woche ihre 14 Exponate zurück, die seit Oktober vergangenen Jahres in zwei bedeutenden Ausstellungen in den Vereinigten Staaten von Amerika zu sehen waren. Hierbei handelte es sich zum einen um die Ausstellung „Word and Image: Martin Luther’s Reformation“ der The Morgan Library and Museum in New York und zum andern um die Ausstellung „Martin Luther. Art and the Reformation“ im Minneapolis Institute of Art (Minnesota), die beide nach einem überwältigenden Zuschauerandrang vor wenigen Tagen ihre Pforten geschlossen haben.

In der Morgan Library waren u.a. vier Exponate der Forschungsbibliothek Gotha aus der Frühzeit von Luthers Reformation ausgestellt. Darunter befand sich zum einen der bedeutende Brief Martin Luthers an Papst Leo X. vom 5. Januar 1519, in dem er seine scharfe Kritik am Ablasshandel verteidigte, zugleich aber signalisierte, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen, und zum andern der nicht minder bekannte Kupferstich von Luther als Augustinermönch mit Doktorhut aus der Hand von Lucas Cranach d.Ä. aus dem Jahre 1521. Im Minneapolis Institute of Art waren sieben Alte Drucke und drei Handschriften aus der Forschungsbibliothek Gotha zu sehen, darunter die Bruchstücke von Luthers Druckmanuskript zur deutschen Übersetzung des Buches des jüdischen Lehrers Jesus Sirach von 1531 sowie das Horoskop von Philipp Melanchthon, das er 1545 für den Sohn des Eisenacher Superintendenten Justus Menius erstellte.

„Die Forschungsbibliothek Gotha kann stolz sein, dass insgesamt 14 Exponate aus ihren Beständen in Amerika gezeigt worden sind“, erklärt dazu die Leiterin der Forschungsbibliothek, Dr. Kathrin Paasch. Zahlreiche Zeitungsartikel in Amerika und Deutschland belegen die überregionale Bedeutung der beiden Ausstellungen, die anlässlich des 500jährigen Jubiläums der Reformation in diesem Jahr stattfanden und dem amerikanischen Publikum die Bedeutung des Wittenberger Reformators für die Entwicklung der neuen protestantischen Kirchen vermitteln sollten.

Mit den beiden Ausstellungen bestätigt sich einmal mehr, dass die Bibliothek über herausragende Bestände an Drucken und Handschriften zur Reformation im mitteldeutschen Raum verfügt, die sich auch international sehen lassen können. Alle Exponate sind in dem umfangreichen Katalog „Martin Luther. Schätze der Reformation“ abgedruckt und ausführlich beschrieben, der zugleich in englischer und deutscher Sprache erschienen ist.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Sascha Salatowsky
Tel. +49 (0) 361/737-5562
E-Mail: sascha.salatowsky@uni-erfurt.de

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