Tagung nimmt Forster-Zeichnungen in den Blick

Forschungsbibliothek Gotha/ Mai 28, 2018

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt bewahrt eine geschlossene Bildserie von 31 zoologischen und botanischen Gemälden sowie ein Konvolut von 77 botanischen Skizzen des Naturforschers, Ethnologen, Weltumseglers, Schriftstellers, Aufklärers und Revolutionärs Georg Forster (1754-1794). Sie sind herausragende, unikale Zeugnisse der naturwissenschaftlichen Tätigkeit und des künstlerischen Schaffens Georg Forsters, zugleich substanzielle Überlieferungen der zweiten Weltumseglung von James Cook und zentrale Bildquellen der sich seit 1800 ausbildenden Natur- und Geisteswissenschaften. Diese zwei Spitzenstücke stehen im Mittelpunkt einer Tagung, die im Rahmen der aktuellen Ausstellung „FaunaFloraForster – Georg Forsters Bilder der Natur“ vom 28. bis 30. Mai von der Forschungsbibliothek Gotha in Kooperation mit dem Zoologen Prof. Dr. Martin S. Fischer (FSU Jena) und dem Philosophen Prof. Dr. Jürgen Goldstein (Universität Koblenz-Landau) ausgerichtet wird. Sie steht unter dem Titel „…’was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt‘ – Die Zeichnungen und das Skizzenbuch Georg Forsters (1754–1794) der Forschungsbibliothek Gotha.“ und wird Forsters Gothaer Naturbilder erstmals in ihrer Geschlossenheit in den Mittelpunkt eines interdisziplinären Arbeitsgesprächs von Natur- und Geisteswissenschaftlern stellen. Einer der Höhepunkte der Tagung ist ein öffentliches Abendgespräch vor den originalen Forsterzeichnungen, zu dem der Buchkünstler Christian Thanhäuser (Ottensheim/Österreich) Einblicke in die Praxis naturwissenschaftlich-künstlerischer Illustration geben wird.

Forsters komplexes naturkundlich-ethnologisches Lebenswerk erfreut sich seit mehreren Jahren eines wachsenden Interesses, das weit über die Fachwissenschaften hinausgeht. Forster wird zunehmend in eine Reihe mit Alexander von Humboldt gestellt. Neue Zugänge zu Leben und Werk Forsters eröffnet die wissens- und kulturgeschichtliche Forschung mit ihren auf Netzwerke, Medialität, Visualität, Material und Raum ausgerichteten Perspektiven, die in den Dialog mit den Naturwissenschaften zu bringen sind. Die Tagung wird die für das zeichnerische Œeuvre Forsters zentrale Gothaer Überlieferung erstmals in den Fokus dieser aktuellen Forschungsperspektiven rücken.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, um Anmeldung bei Dr. Petra Weigel unter E-Mail: petra.weigel@uni-erfurt.de wird jedoch gebeten.

Tagungsprogramm zum Download

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